CD Bettlerbankett

Noch nicht erschienen: Mit den Liedern rund um das Thema „Armut und Reichtum“ gab es bereits einige Konzerte: „Etwas besseres als den Tod finden wir überall!“

Bettelsong

Ach quatsch mich nicht an, Mensch Mit deinem Sermon lehr du mich die Welt verstehn! Wat weisst denn du nu schon davon wat es heisst, betteln zu jehn! „Das is keene Arbeit“, hör ich dir sagen Nu – sag´s schon! Ich kann eine Menge vertragen ich bin ja so vieles jewohnt! Aber vor den Türen stehn, betteln jehn Nacken beugen, Treppen steigen 1. Stock, 2. Stock, 3. Stock, 4. Stock Immer höher, höher rauf Eines Tages, da hängste dir auf! Wat is denn das Leben? Asyl und Spital! jeboren, jestorben, verjessen. Und der Hunger, mein Sohn, is manchmal fatal, und mehr ...

Als wir jüngst verschütt gegangen waren

Als wir jüngst verschütt´ gegangen waren Mussten wir im “Grünen August” mit rumfahren Mauerleute, Zimmerleute und ein Vagabund alle mussten fahren mit dem “Grünen August” rund Ein Hausierer, ohne Papiere handelt und schachert von Türe zu Türe Kaufen´s Töpfe, Pfannen, Besen, alles billige Sachen! Läuft er um die Ecke dem Teckel in den Rachen. Ach Herr Schutzmann, ich hab´ doch nichts verbrochen Habe nicht gestohlen und habe nicht gefochten Hab mich nur ein bisschen nach der Arbeit umgeschaut Die Ritz-, die Ratz-, die Mausefall, die habe ich verkauft Halt das Maul und lass das Räsonieren Rinn in den “Aujust”, dort mehr ...

Wenn die Bettelleute tanzen

Wenn die Bettelleute tanzen Wackelt der Kober und der Ranzen. Ei ja, ei ja, Ei ja so gehts, so gehts, so gehts. Ei ja so gehts, so gehts, Wackelt der Kober und der Ranzen. Kommt man über eine Brücke, Klappern sie mit Stock und Krücke. Ei ja, ei ja, Ei ja so gehts, so gehts, so gehts. Ei ja so gehts, so gehts, Klappern sie mit Stock und Krücke. Kommt der Bauer vor die Türe, Stehn da gleich ein Stücker viere. Ei ja, ei ja, Ei ja so gehts, so gehts, so gehts. Ei ja so gehts, so gehts Stehn mehr ...

Vor vollen Schüsseln muss ich Hungers sterben

Vor vollen Schüsseln muss ich Hungers sterben am heissen Ofen frier ich mich zu Tod wohin ich greife fallen nichts als Scherben bis zu den Zähnen geht mir schon der Kot Und wenn ich lache, habe ich geweint, und wenn ich weine, bin ich froh, dass mir zuweilen auch die Sonne scheint, als könnte ich im Leben ebenso zerknirscht wie in der Kirche niederknien… ich, überall verehrt und angespien. Nichts scheint mir sichrer als das nie Gewisse nichts sonnenklarer als die schwarze Nacht Nur das ist mein, was ich betrübt vermisse und was ich liebte, hab ich umgebracht Selbst wenn mehr ...

Lustig Lustig ihr lieben Brüder

Ja lustig, lustig ihr lieben Brüder so leget all eure Sorgen nieder und trinkt ein Glas Champagnerwein Denn unser Handwerk das ist verdorben die letzten Saufbrüder sind gestorben es lebet keiner mehr als ich und du Und auch in Polen ist nichts zu holen Als ein paar Stiefel ohne Sohlen nicht einmal ein Heller Geld Schifflein, Schifflein, du mußt dich wenden du mußt den Bug nach Riga wenden in die russische Kaufhandelsstadt Dann wollen wir es noch einmal wagen Wir wollen fahren nach Kopenhagen Nach der dänischen Residenz Ich hatte manchen blanken Gulden heute hab ich ne Menge Schulden Doch mehr ...

In Erwägung

In Erwägung unserer Schwäche machtet ihr Gesetze, die uns knechten soll´n die Gesetze seien künftig nicht beachtet in Erwägung, dass wir nicht mehr Knecht sein woll´n Refrain: In Erwägung, dass ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod. In Erwägung, dass wir hungrig bleiben wenn wir dulden, dass ihr uns bestehlt wollen wir mal feststell´n, dass nur Fensterscheiben uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt. In Erwägung, dass da Häuser stehen während ihr uns ohne Bleibe laßt haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen weil es uns mehr ...

In der Heimat ist es schön

In der Heimat ist es schön wo die Fleißgen müßig gehn die man zwingt herumzulungern ohne Arbeit zu verhungern wollen sie nicht stehlen gehen in der Heimat ist es schön In der Heimat ist es schön, wo Arbeitslose stempeln gehen wo die großen Prachtpaläste feiern froh Vergnügungsfeste wo einem Hören und Sehen vergehen, In der Heimat ist es schön In der Heimat ist es schön wo gefüllt die Kerker stehen wo die Kinder auch im Winter barfuß laufen wie die Sünder oft davon zugrunde gehen, in der Heimat ist es schön In der Heimat ist es schön, wo Invaliden betteln mehr ...

Im düstern Auge keine Träne

Im düstern Auge keine Träne sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch wir weben hinein den dreifachen Fluch Wir weben, wir weben. Ein Fluch, dem Götzen, zu dem wir gebeten in Winterskälte und Hungersnöten wir haben vergebens gehofft und geharrt er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt Wir weben, wir weben. Ein Fluch dem König, dem König der Reichen den unser Elend nicht konnte erweichen der den letzten Groschen von uns erpreßt und uns wie Hunde erschießen läßt Wir weben, wir weben. Ein Fluch dem falschen Vaterlande wo nur gedeihen Schmach und Schande wo mehr ...

Ich war noch so jung (Bettelvogt)

Ich war noch so jung, und war doch schon arm kein Geld hat ich gar nicht, daß Gott sich erbarm, So nahm ich meinen Stab und meinen Bettelsack und pfiff das Vaterunser den lieben langen Tag. Und als ich dann auch kam vor Heidelberg hinan Da packten mich die Bettelvögte gleich hinten und vorne an Der eine packt mich hinten, der andre packt mich vorn Ey ihr verfluchten Bettelvögt, so laßt mich ungeschorn Und als ich kam dann auch vorn Bettelvogt sein Haus Da schaut der alte Spitzbub zum Fenster heraus Ich dreh mich gleich herum und seh nach seiner mehr ...

Ich hab kein Geld das kränkt mich sehr

Ich hab kein Geld, das kränkt mich sehr Und bin dazu viel schuldig Der Wirt, der borgt mir auch nichts mehr drum werd ich ungeduldig; Schuster, Schneider, jedermann hält mich um Bezahlung an 0 jerum, jerum, jerum Hätt ich ein gutes Kleid an mir ich täts ja gern verkaufen; die Stiefel sind zerrissen schier ich muß drum barfuß laufen; auch der Hut taugt gar nichts mehr Fetzen hangen hin und her 0  jerum, jerum, jerum Nach Hause darf ich auch nicht mehr da hat man mich vergessen, seitdem ich Doktor worden bin im, Saufen und im Fressen, gespielt, getanzt und mehr ...

Lumpensammlerlied

Hat mich Gott verdammt auf Erden just ein Lumpenkerl zu werden. Darum ruf ich ungescheut: Lumpen, Lumpen weit und breit Lumpen, Lumpen, bringt mir Lumpen, ungewaschen, ungekrumpen, Königskleider goldbestickt, Bettlerröcke ungeflickt. Tuch von wild und zahmen Böcken schwarz und weißen Pfaffenröcken jüngst von Weihrauch noch umdampft morgen wird es eingestampft. Eure großen Weltenwunder sind nur wohlgeborner Plunder Hader, Lappen, Fetz und Fleck, s´ist doch nur alles Lumpendreck. Fort mit Samt und Seidenlappen fort mit Prunk und Narrenkappen fort mit Weihrauch, Schwert und Dampf vorwärts in den Lumpenstampf. Eure faulen Staatspapiere Wechsel und Prozessgeschmiere Eure Wische alt und neu vorwärts in mehr ...

Fordre niemand mein Schicksal zu hören

Fordre niemand, mein Schicksal zu hören von Euch allen, die Ihr in Arbeit steht. Ja, wohl könnte ich Meister beschwören es wär doch bis morgen schon zu spät Aus der Wanderschaft lustigen Tagen setz ich Kleider und Reisegeld zu. Und so hab ich denn nun weiter nichts zu tragen als mein´ Rock und mein´ Stock und die Schuh Keine Hoffnung ist Wahrheit geworden, selbst in Schlesien war alles besetzt. Als ich reiste über Frankfurt nach Norden ward ich stets von Gendarmen gehetzt. Von Stettin aus nach Hause geschrieben, ging ich dennoch Berlin erst noch zu, und so ist mir denn mehr ...

Der Bremen-Song

Eine Mühle steht am Wasser und  das Wasser treibt die Mühle rundherum Diese Mühle war mein Leben, schwere Säcke bogen mir den Rücken krumm Nun, die Mühle dreht sich weiter, doch weil ich das nicht mehr tragen kann Schmeißen die mich raus, was fang ich alter Esel jetzt noch an? Auch ich bin alt und müde, war das ganze Leben immer auf der Jagd Habe nie das beste Stück bekommen, immer nur die Knochen abgenagt Und jetzt werfen sie mich raus, schlechte Zähne, sagt der Jäger, wär`n der Grund Wie gerne hätt‘ ich ihn zerrissen, er behandelt mich ja so mehr ...

Das war ne heisse Winterzeit (Trotz alledem)

Das war ne heisse Winterzeit mit Mauerfall und alledem Nun haben wir die Einigkeit mit ALDI und mit alledem Trotz alledem und alledem Privatfernsehen und alledem ich seh hier keine Landschaft blühn, und es ist kalt – trotz alledem Wenn die Regierung Scheiß baut mit rot und grün und alledem doch wenn uns schwarz und gelb beklaut Was ändert sich – Trotz alledem? Trotz alledem und alledem Afghanistan und alledem Die wahre deutsche Einigkeit Herrscht oben bloß – Trotz alledem Und sieh dir mal den Typ dort an mit Laptop, Handy und alledem der hält sich für nen grossen Mann mehr ...

Das arme Waisenmädchen

An einem Fluß, der rauschend schoß ein armes Mädchen saß. Aus ihren blauen Äuglein floß Manch Tränchen in das Gras. Sie wand aus Blumen einen Strauß Und warf ihn in den Strom. Ach, guter Vater, rief sie aus, Ach. lieber Bruder, komm! Ein reicher Herr gegangen kam Und sah des Mädchens Schmerz, Sah ihre Tränen, ihren Gram, Und dies brach ihm das Herz. Was fehlet, liebes Mädchen, dir, Was weinest du so früh? Sag deiner Tränen Ursach mir, Kann ich, so heb ich sie. Ach,lieber Herr, sprach sie und sah Mit trübem Aug ihn an, Sie sehn ein armes Mädchen mehr ...
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