CD „Brot & Rosen“ – Liebeslieder

Fünfmal gab es den Preis der deutschen Schallplattenkritik für die Gruppe „Die Grenzgänger“ um den Sänger und Gitarristen Michael Zachcial. Das siebte Album enthält Lieder von der Liebe aus sechs Jahrhunderten und ihren Bedingungen im Alltag. Neu arrangiert und in bestechender Audioqualität, mit Cello, Akkordeon, akustischen Gitarren. Die Band wurde im Studio erweitert um Kontrabaß und Schlagzeug, dazu die Stimme der Bonner Strassenmusikerin Cynthia Nickschas, die auch schon mit Konstantin Wecker auf Tournee war, Bekannte Lieder wechseln ab mit Neuentdeckungen aus dem Freiburger Volksliedarchiv.

Das vierzigseitige (!), extra große und reich bebilderte Booklet unterstützt den Hörgenuß. Es enthält die Texte aller Lieder und Hintergrundinformationen zu ihrer Entstehung.

  • Urvertraut und doch unerhört neu: ein kleines Meisterstück! (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)
  • Verneigenswert! (Westfälische Rundschau)
  • Ein wunderbares Album! (Folktied)

Das neue Album „Brot & Rosen“ ist bei uns im Shop , über JPC oder Amazon erhältlich.
Außerdem überall als Download und im Handel!

Die Titel:

Die Loreley – Wenn alle Brunnen fliessen – Gegensätze ziehen sich an – In Hamburg bin ich gewesen/ Meine Mutter – Feinsliebchen du sollst mir nicht barfuß gehen – Verdenk mir´s nicht – Wohl heute noch und morgen – Lied der Flüchtlinge – Königskinder — Ein schwarzbraunes Mädchen – Wenn ich an den letzten Abend denk – Die Magd und der Graf – Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht – Ode an die Freude – Hochzeitswalzer – Marie Mara Maruschkaka

Wenn hier en Pott mit Bohnen steit

Wenn hier en Pott mit Bohnen steit und dor en Pott mit Bri Denn lat ick Bri un Bohnen stahn un geh na min Marie De Deern, de is so prick und nett so schön as Melk un Blot De krusen Hoor op ehrem Kopp wägt miehr as hunnert Lot Marie, Mara, Maruschkaka Marie, Mara, Marie Ehr Hand, de is so putt un week ehr Arm so prall un rund Ick drück Marie wohl an min Bost und küß ehr op den Mund Un wenn se mi denn wedder Küßt so hartlich un so tru denn segg ick: “Eh’r en mehr ...

Hochzeitswalzer

In der der griechische Mythologie waren die Menschen ursprünglich eine große Kugel, sie wurden getrennt, weil sie die Götter herausforderten. Seither suchen sie Menschen nach der sie ergänzenden Hälfte. Im Paartanz formen sich die Tanzenden wieder zur Kugel bzw. Ring. Bestimmte Tänze werden dabei immer wieder gespielt, wie der Kaiserwalzer von Strauss, oder eben seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Hochzeitsmarsch, aber Vorsicht, es gibt zwei: Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte 1842 seinen Hochzeitsmarsch für die Bühnenmusik zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, bald darauf wurde das Stück erstmals auf Hochzeiten gespielt. Auch der Antisemit und Mendelssohn-Verachter Richard Wagner, der gar von einer mehr ...

Freude schöner Götterfunken

Freude, schöner Götterfunken Tochter aus Elysium wir betreten feuertrunken Himmlische, dein Heiligtum Deine Zauber binden wieder was die Mode streng geteilt alle Menschen werden Brüder wo dein sanfter Flügel weilt Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur Freude, Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr Blumen lockt sie aus den Keimen Sonnen aus dem Firmament Sphären rollt sie in den Räumen die des Sehers Rohr nicht kennt Rettung von Tyrannenketten Großmut auch dem Bösewicht Hoffnung auf den Sterbebetten Gnade auf dem Hochgericht Auch die Toden sollen leben Brüder trinkt und stimmet ein Allen Sündern soll vergeben und mehr ...

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht Er fiel auf die zarten Blaublümlein sie sind verwelket, verdorret Ein Knabe hatte ein Mädchen lieb sie flohen beide von zu Hause fort es wussten nicht Vater noch Mutter Sie sind gewandert wohl hin und her sie fanden nirgends Glück noch Stern sie sind verdorben, gestorben Text: Verfasser unbekannt, eventuell Zuccalmaglio, der es 1825 erstmals drucken ließ und als Volkslied vom Niederrhein ausgab, was zweifelhaft ist, auch weil er nachweislich eigene Lieder als Volkslieder ausgab. Die Geschichte, die das Lied erzählt, ist jedoch sicher keine Fälschung und auch nicht von gestern.

Es spielte ein Graf mit seiner Magd

Es spielte ein Graf mit seiner Magd sie spielten alle beide bis das der helle Morgen anbrach da fing sie an zu weinen Weine doch nicht mein Mägdelein die Ehre die will ich bezahlen Ich will dir geben den Reiterknecht mein dazu zwölfhundert Taler Den Reiterknecht dein, den mag ich nicht Ich will den Herren selber Wenn ich den Herren selber nicht krieg Will ich zu meiner Mutter Ach Mutter, liebe Mutter mein Mach mir ein Bett von Seiden Mach mir es rein, mach es mir fein Den Tod will ich drauf leiden Ach Tochter, liebe Tochter mein wie ist mehr ...

O Tannenbaum

O Tannenbaum wie treu sind deine Blätter Du grünst nicht nur zur Sommerzeit auch im Winter, wenn es schneit. O Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte Du schwurst mir Treu in meinem Glück Nun bin ich arm, du gehst zurück Die Nachtigall, nahmst du dir zum Exempel Sie bleibt so lang der Sommer lacht Im Herbst sie sich von dannen macht Der Bach im Tal ist deiner Falschheit Spiegel Er strömt allein, wenn Regen fließt Bei Hitze er den Quell verschließt Text: August Zarnack, 1818. Musik: nach einem alten studentischen Trinklied. Die Originalfassung des wenige Jahre später entstandenen und heute mehr ...

Wenn ich an den letzten Abend denk

Wenn ich an den letzten Abend denk wo ich Abschied von dir nahm Ach, der Mond, schien so hell Doch ich muß scheiden von dir doch mein Herz bleibt stets bei dir Meine Mutter hat gesagt ich sollt´ ne Reiche nehmen die hätte viel Silber und Gold nur viel lieber leb ich in der größten Armut mit dir als dass ich dich verlassen sollt Großer Reichtum bringt uns keine Ehre große Armut keine Schand´ doch, so wollt ich, daß ich tausend Taler reicher wär und ich hätte dich bei meiner Hand Wenn ich an den gestrigen Abend denk wo ich mehr ...

Ein schwarzbraunes Mädchen hatt´ einen Feldjäger lieb

Ein schwarzbraunes Mädchen hat ´nen Feldjäger lieb einen hübschen, einen feinen einen Feldoffizier Und der Feldjäger ist mein und kein andrer soll es sein denn er hat mir versprochen mein eigen zu sein Und jetzt geht es fort und wir haben kein Brot O du schwarzbraunes Mädchen wir leiden keine Not Doch jetzt geht es in das Feld und wir haben kein Geld O du schwarzbraunes Mädchen mein feiner Soldat so geht es in der Welt Ei mein schwarzbraunes Mädchen trau dem Feldjäger nicht Denn er sitzt dort auf dem Gaule und macht dir das Maule aber heiraten tut er mehr ...

Es waren zwei Königskinder

Es waren zwei Königskinder Die hatten einander so lieb Sie konnten zusammen nicht kommen Das Wasser war viel zu tief „O, Liebster, ach könntest du schwimmen so schwimm doch ´rüber zu mir Drei Kerzen will ich anzünden für dich die sollen leuchten dir.“ Das hörte eine falsche Nonne Die tat, als ob sie schlief Die tat die Kerzen auslöschen Der Knabe sank so tief „O Fischer, lieber Fischer sollst haben einen guten Lohn du sollst dein Netz auswerfen fisch mir einen Königssohn!“ Und dann warf er sein Netz ins Wasser so saßen sie ganz lang im Kahn und er fischte mehr ...

Lied der Flüchtlinge

Wir ziehen auf endlosen Straßen durch Tage und Nächte dahin Von Gott und den Menschen verlassen ganz ohne Ziel, ohne Sinn Wir wandern auf endlosen Wegen getrieben, verfolgt vom Geschick Der trostlosen Zukunft entgegen wann finden wir zurück Nur ein Dach überm Kopf und das tägliche Brot und Arbeit für unsere Hände dann kämpfen wir gern gegen Unglück und Not und zwingen das Schicksal zur Wende Die Welt soll wieder schön in Freiheit und Frieden erstehn Wir haben zwar alles verloren doch woll´n wir den Schmerz überstehn Wir haben verzweifelt geschworen Wir wollen nicht untergehn Wir lassen die Hoffnung nicht mehr ...

Wohl heute noch und morgen

Wohl heute noch und morgen Da bleibe ich bei dir Wenn aber kommt der dritte Tag dann muß ich fort von hier Wann kommst du aber wieder Herzallerliebster mein Wenn´s schneiet rote Rosen Und´s regnet kühlen Wein Es schneit doch keine Rosen Es regnet keinen Wein So kommst du auch nicht wieder Herzallerliebster mein In meines Vaters Garten legte ich mich nieder und schlief da träumet mir ein Träumelein wie´s schneiet über mich Und als ich nun erwachte da war es lauter Nichts es warn die roten Rosen die blühten über mich Der Knabe kehrt zurück Er geht in den mehr ...

Verdenk mir´s nicht

Verdenk mir´s nicht, dass ich dich meide weil du so falsch, und ich so treu Soll denn mein Herz Schiffbruch leiden so reißt das Band der Liebe entzwei drum sprich mich frei von aller Pflicht verdenk mir´s nicht, verdenk mir´s nicht Wer will ein solches Herz denn lieben das allenthalben naschen geht muß mit betrübten Augen sehn wie´s immer bloß zu Dienste steht was nach fremdem Atem riecht das mag ich nicht, das mag ich nicht Ich will nie wieder die Gasse betreten Die Gasse wo du wirst am Fenster stehn Ich will in keiner Kirche beten wo du heut mehr ...

Feinsliebchen du sollst mir nicht barfuß gehn

Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn du zertrittst dir ja die zarten Füße schön Wie sollte ich denn nicht barfuß gehn hab keine Schuh ja anzuziehn Feinsliebchen, willst du mein eigen sein so kauf ich dir ein Paar Schuhe fein Wie könnt ich denn Euer eigen sein Ich bin ein armes Mägdelein Und bist du auch arm, so nehm ich dich doch Hauptsache, du hast die Ehr und die Treue noch Die Ehr und die Treue mir keiner nahm ich bin, wie ich von der Mutter kam Verfasser unbekannt, im Prinzip ein Verkaufsgespräch, an dessen Ende der Mann „aus mehr ...

In Hamburg da bin ich gewesen

Ich will Euch mein Schicksal erzählen Denn trügerisch ist doch die Welt Ich wurde so jung schon verführet Und so wurd ich ein Mädchen für´s Geld In Hamburg da bin ich gewesen In Sammet und Seide gekleid’t Meinen Namen, den darf ich nicht nennen Denn ich war ja für jeden bereit Mein Bruder, der hat mir geschrieben Ach Schwester, so kehr doch zurück Deine Mutter liegt sterbend darnieder Sie beweint Dein verlorenes Glück. Meine Mutter will´s nicht leiden Dass ich eine Hure bin und ich tu ich es ja mit Freuden Leg mich gern von selber hin Meine Kleine zwischen mehr ...

Es liebte ein feuriger Jüngling

Es liebte ein feuriger Jüngling Ein zärtliches Mädchen gar sehr Doch leider war sie Anarchistin Und er Polizeikommissär Da wurde sein Herz zerrissen Im Kampfe von Liebe und Pflicht Er hätte verhaften sie müssen Doch brachte übers Herze er´s nicht Denn er trug in seinem Busen Ein liebendes Herz herum Im entscheidenden Augenblicke Da machte das immer BUMM BUMM Sie hätte ihn töten müssen Nach anarchistischer Pflicht Doch weil sie ihn ebenfalls liebte Da tat sie es ebenfalls nicht Man sieht die Liebe vollbringet Soviel wie die Pflicht ja noch mehr Sie blieb nicht mehr Anarchistin Und er nicht Polizeikommissär mehr ...

Wenn alle Brunnen fließen

Wenn alle Brunnen fließen so muß man trinken Wenn ich mein Schatz nicht rufen darf, Tu ich ihm winken Winken mit den Augen treten auf den Fuß ist eine in der Stube drin, die meine werden muß Warum soll sie’s nicht werden Ich hab sie ja so gern Sie hat zwei blaue Augen, Die leuchten wie zwei Stern Verfasser unbekannt, in verschiedenen Fassungen mündlich überliefert seit Anfang des 16. Jahrhunderts. Weitere Strophe: „Deine Leute schmähen mich….“ In Liederbüchern meist mit „Brünnlein“, was den erotischen Gehalt des Textes deutlich verringert (Einfluss der Kirche). „Auf den Fuß treten“ bedeutet „in Besitz nehmen“, mehr ...

Die Loreley

Ich weiß nicht was soll es bedeuten Dass ich so traurig bin Ein Märchen aus uralten Zeiten geht mir nicht aus dem Sinn Die Luft ist kühl und es dunkelt Und leise fließt der Rhein Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein Die schönste der Jungfrauen sitzet Dort oben so wunderbar Ihr goldnes Geschmeide blitzet Sie kämmt ihr goldenes Haar Sie kämmt es mit goldenem Kamme Und singt ein Lied dabei das hat eine wundersame Gewaltige Melodei Den Schiffer im kleinen Schiffe Ergreift es mit wildem Weh Er schaut nicht die Felsenriffe Er schaut nur hinauf in die Höh Ich mehr ...
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