CD „Dunkel war’s der Mond schien helle“

Das 4. Album der Grenzgänger: Alte deutsche Kinderlieder aus den Jahren 1800 bis etwa 1960, von „Zwischen Berg und tiefem Tal“ bis zu „Die Affen rasen durch den Wald“ – ergänzt durch drei Tanzstücke. Mehr als 66 Minuten Musik. Liebevoll illustriert im 40-seitigem Booklet – ein Geschichtenbüchlein inklusive.

Nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik!

Eins zwei drei

Eins zwei drei, alt ist nicht neu, neu ist nicht alt, warm ist nicht kalt, kalt ist nicht warm, reich ist nicht arm. Eins zwei drei, alt ist nicht neu, arm ist nicht reich, hart ist nicht weich, frisch ist nicht faul, Ochs ist kein Gaul. Eins zwei drei, alt ist nicht neu, sauer ist nicht süß, Händ sind keine Füß, Füß sind keine Händ das Lied hat ein End.

Dunkel wars der Mond schien helle

Dunkel wars der Mond schien helle Schneebedeckt die grüne Flur als ein Wagen blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr Drinnen saßen stehend Leute schweigend ins Gespräch vertieft als ein totgeschossener Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief Und der Wagen fuhr im Trabe rückwärts einen Berg hinauf Droben zog ein  weißer Rabe grade eine Turmuhr auf Und auf einer roten Bank, Die blau angestrichen war Saß ein blond gelockter Jüngling Mit kohlrabenschwarzem Haar. Ist dat wahr wat da war oder war da wat da war gelogen? Ringsumher herrscht tiefes Schweigen und mit fürchterlichem Krach spielen in des Grases Zweigen zwei Kamele mehr ...

Die Affen rasen durch den Wald

Die Affen rasen durch den Wald Der eine macht den andern kalt Die ganze Affenbande brüllt: Wo ist die Kokosnuß? Wo ist die Kokosnuß? Wer hat die Kokosnuß geklaut? Die Affenmama sitzt am Fluß Und angelt nach der Kokosnuß, Die ganze Affenbande brüllt: Wo ist die Kokosnuß? Wo ist die Kokosnuß? Wer hat die Kokosnuß geklaut? Der Affenonkel, welch ein Graus, Reißt ganze Urwaldbäume aus, Die ganze Affenbande brüllt: Wo ist die Kokosnuß? Wo ist die Kokosnuß? Wer hat die Kokosnuß geklaut? Die Affentante kommt von fern sie isst die Kokosnuss so gern Die ganze Affenbande brüllt Wo ist die mehr ...

Bei Müllers hats gebrannt

Bei Müllers hats gebrannt, brannt, brannt. Da bin ich hingerannt, rannt, rannt. Da stand ein Polizist, zist, zist, Der schrieb mich auf die List, List, List. Die List, die fiel in´n Dreck, Dreck, Dreck. Da war mein Name weg, weg, weg. Da lief ich schnell nach Haus, Haus, Haus Zu meinem Onkel Klaus, Klaus, Klaus. Klaun, klaun, Äppel wolln wir klau Ruckzuck übern Zaun Ein jeder aber kann das nicht Denn er muß aus Bremen sein Der Klaus der lag im Bett, Bett, Bett bei seiner Frau Elisabeth. Elisabeth, die lachte Der Büstenhalter krachte Der Bauch der explodierte Ein Baby rauschmarschierte Gleich mehr ...

Als der Mond schien helle

Als der Mond schien helle kam ein Häslein schnelle suchte sich sein Abendbrot hu! ein Jäger schoß mit Schrot Traf nicht flinkes Häslein Weh! Er sucht im Täschlein ladet Blei und Pulver ein Häslein soll des Todes sein Häslein läuft voll Schrecken hinter grüne Hecken spricht zum Mond „Lösch aus dein Licht daß mich sieht der Jäger nicht!“ Und der Mond, der helle zog die Wolken schnelle groß und klein, vor sein Gesicht ward zur Finsternis das Licht Häslein ging zur Ruhe zog aus Rock und Schuhe legte sich aufs weiche Moos schlief wie auf der Mutter Schoß Text: K. mehr ...

Die Blümelein sie schlafen

Die Blümelein, sie schlafen Schon längst im Mondenschein, Sie nicken mit den Köpfchen Auf ihren Stengelein. Es rüttelt sich der Blütenbaum, Er säuselt wie im Traum; Schlafe, schlafe, du mein Kindlein Die Vögelein, sie sangen So süß im Sonnenschein, Sie sind zur Ruh‘ gegangen In ihre Nestchen klein; Das Heimchen in dem Ährengrund, Es tut allein sich kund. Schlafe, schlafe, du mein Kindlein. Sandmännchen kommt geschlichen Und guckt durchs Fensterlein, Ob irgend noch ein Liebchen Nicht mag zu Bette sein; Und wo er noch ein Kindchen fand, Streut er ins Aug‘ ihm Sand: Schlafe, schlafe, du mein Kindlein. Sandmännchen aus mehr ...

Droben auf grüner Waldheid

Droben auf grüner Waldheid da steht ein schöner Birnbaum Schöner Birnbaum trägt Laub Was ist an demselbigen Baum? Ein wunderschöner Ast Ast am Baum, Baum in der Erd Droben auf grüner Waldheid Droben auf grüner Waldheid Was ist an demselbigen Ast? Ein wunderschöner Zweig Zweig an dem Ast, Ast an dem Baum, Baum in der Erd´ Droben auf grüner Waldheid… Was ist auf demselbigen Zweig? Ein wunderschönes Nest. Nest auf dem Zweig, Zweig an dem Ast, Ast an dem Baum, Baum in der Erd´ Droben auf grüner Waldheid… Was ist in demselbigen Nest? Ein wunderschönes Ei. Ei in dem Nest, mehr ...

Frisch heimgehn

Frisch heim gehn frisch heim gehn der Korb ist voll, es ist getan Frisch heim gehn frisch heim gehn die Arbeit ist getan Und deckt den Tisch, gebt her den Brei die fleißigen Kinder kommen frei Frisch heim gehn frisch heim gehn die Arbeit ist getan Roll roll roll Mein Korb ist voll Mein Bauch ist leer Mich hungert sehr Drum deckt den Tisch – Gebt her den Brei Die fleissigen Kinder kommen Frei Roll roll roll Mein Bauch ist voll Mein Kopf ist schwer Und mich schläfert so sehr Drum deckt den Tisch – Gebt her den Brei Die mehr ...

Jakob hat kein Brot im Haus

Jakob hat kein Brot im Haus Jakob macht sich gar nichts draus Einmal hin , einmal her Jakob ist ein Zottelbär Anna Kathrina Schlenkerbein Kommt die ganze Nacht nicht heim Hat gehüpft und hat gesprungen Mit dem scheiben Schusterjungen Als der Großvater die Großmutter nahm da war der Großvater der Bräutigam Die Großmutter wurde dann seine Braut Da wurden die beiden zusammen getraut Mit Dir und mit mir in´s Federbett, Mit Dir und mir auf´s Stroh, Sticht Di und mi kein Feder net Beißt Di und mi kein Floh.

Lütt Matten der Has

Wer springt da durchs Gras? Lütt Matten, der Has Er schnuppert am Flieder summt lustige Lieder und tanzt ganz allein auf nur einem Bein Ganz plötzlich da huscht der Fuchs aus dem Busch „Da tanzt ja mein Essen, jetzt gibt’s was zu fressen! Denn der Has tanzt allein auf nur einem Bein“ Und dann knickst er galant, gibt dem Hasen die Hand. „Komm, ich bin deine Dame, nimm mich in deine Arme. Lass uns tanzen zu zwei’n auf nur einem Bein“ Lütt Matten der Has denkt: „Aus ist der Spaß!“ Doch er reicht seine Pfoten und der Fuchs pfeift die mehr ...

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad Motorrad, Motorrad Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad Meine Oma ist ne ganz patente Frau Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad Ohne Bremse, ohne Auspuff, ohne Schlauch kommt ein Polizist und fragt, was sie da vorhat und dann fällt er vor Lachen auf den Bauch Und wohin die Oma fährt? Sie fährt zu Opa Gerd im Altersheim allein würd er gern bei ihr sein Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad Und ins Altersheim will Oma jetzt noch nicht Meine Oma fährt im Panzer zum Finanzamt… Meine Oma hat im Strumpfband nen Revolver.. Und wohin mehr ...

Paukenschläger

Nun alle herbei und hört mich an wie schön ich die Pauke schlagen kann Kommt alle herbei, Papa und Mama Bidibum, bidibum, juchheißassa! Wenn früh noch die ändern im Bette sind, So geh´ ich zu meinen Pauken geschwind; Ich schlage drauf, bald stark, bald sacht: Bidibum, bidibum, ihr Schläfer erwacht! Wenn traurig ich bin, so helf ich mir bald, So schlag‘ ich die Pauken, daß es schallt. Die Traurigkeit, die währt nicht lang, Bidibum, bidibum, bei dem Paukenklang. Wenn’s draußen brauset und sauset und schneit, So ist es bei mir doch noch gute Zeit; Ich pauke dann in fröhlicher Ruh, mehr ...

Sah da den Wolf

Sah da den Wolf sah den Fuchs und sah das Wiesel Sah da den Wolf im Tanz sich drehn Hab sie drehn und tanzen sehn Hab sie drehn und tanzen sehn „Das französische „Sah da den Wolf“ ist einer unserer Top-Favoriten; es hat eine Melodie und einen Rhythmus, die einen animieren, sich zu bewegen, man hält es kaum aus, ruhig im Sessel zu sitzen. Und es hat etwas sehr Eindringliches, was ich mangels eines besseren Begriffs „Naiv-Utopisch“ nennen möchte (vgl. Schiller, vgl. Bloch). Es entwirft das (kindliche?) Wunschbild von drei Raubtieren, in welchem nicht eines das andere jagt, sondern die drei sich friedlich im mehr ...

Was haben wir Gänse für Kleider an

Was haben wir Gänse für Kleider an? Gi, ga, gack? Wir gehen barfuß allezeit In einem weißen Federkleid. Gi, ga, gack! Wir haben nur einen Frack. Was trinken wir Gänse für einen Wein? Gi, ga, gack? Wir trinken nur den stärksten Wein, Das ist der Gi – ga – Gänsewein, Gi, ga, gack, Ist stärker als Rum und Rak. Was haben wir Gänse für eine Kost? Gi, ga, gack! Des Sommers gehn wir auf die Au Des Winters speist die Bauersfrau Gi, ga, gack! Uns aus dem Hafersack. Was reden wir Gänse für Sprachen doch? Gi, ga, gack! Wir könnten mehr ...

Wide wide wenne

Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Kann nicht ruhn heißt mein Huhn, Wackelschwanz heißt meine Gans Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Schwarz und weiß heißt mein Geis Kurzebein heißt mein Schwein, Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Ehrenwert heißt mein Pferd, Gute Muh heißt meine Kuh, Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Wettermann heißt mein Hahn, Kunterbunt heißt mein Hund, Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Wide wide wenne heißt meine Puthenne. Kuck heraus heißt mein Haus, Schlupf hinaus heißt meine mehr ...

Wo bist du denn gewesen

„Wo bist du denn gewesen Meine Tochter Marjä?“ „Bei meiner Stiefgothe o Mama wie weh“ „Was hast du denn gegessen Meine Tochter Marjä?“ „Ein kleines Stockfischlein o Mama wie weh“ „In was hat sie ihn denn gebacken Meine Tochter Marjä?“ „In einer rustig Pännchen o Mama wie weh“ „Mit was hast du´s gegessen Meine Tochter Marjä“? „Mit einer rustig Gäbelein o Mama wie weh“ „Wer hat denn mit dir gegessen Meine Tochter Marjä“? „Mein Goth ihr schwarz Kätzchen o Mama wie weh“ „Wo hat sie ihn gefangen Meine Tochter Marjä“? „In einer dicken Hecke o Mama wie weh“ „Mit was mehr ...

Zehn Gäns im Haberstroh

Zehn Gäns im Haberstroh Sie saßen, sie fraßen und waren alle froh zehn Gäns im Haberstroh

Zwischen Berg und tiefem tiefem Tal

Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal saßen einst zwei Hasen fraßen ab das grüne, grüne Gras fraßen ab das grüne, grüne Gras bis auf den Rasen. Als sie sich nun satt gefressen hatt´n setzten sie sich nieder bis daß der Jäger, Jäger kam bis daß der Jäger, Jäger kam und schoß sie nieder Als sie sich nun aufgesammelt hatt´n und sich besannen, Daß sie noch am Leben, Leben war´n Daß sie noch am Leben, Leben war´n liefen sie von dannen Text und Melodie um 1825 , aus Hessen und der Umgebung von Elberfeld (Wuppertal) u.a. in Macht auf das Tor mehr ...

In meinem kleinen Apfel

In meinem kleinen Apfel, Da sieht es lustig aus: Es sind darin fünf Stübchen Grad wie in einem Haus In jedem Stübchen wohnen Zwei Kernchen schwarz und fein, Die liegen drin und träumen Vom lieben Sonnenschein. Sie träumen auch noch weiter Gar einen schönen Traum, Wie sie einst werden hängen Am lieben Weihnachtsbaum

Schleifer

Eine Tanzmelodie aus dem nördlichen Bayern, die etwa um 1750 aufgeschrieben worden ist, aufgeschnappt von dem englischen Geiger Dave Shepherd in Bremen Anfang der neunziger Jahre.

Unsre oide Kath (Zwiefacher)

Der Zwiefache ist ein süddeutscher Tanz, bei dem sich Walzerschritte im 2/4-Takt mit schnellen Drehern im 2/4-Takt abwechseln. Die meisten dieser Tänze haben Texte, um sich besser merken zu können, wann die Dreher dran sind, hier handelt er von der alten Käte, die noch keinen Mann abbekommen hat: „ Unsa oide Kath möcht aa no, aa no, unsa oide Kath möcht aa no oan. – Wart no a bißl, wart no a bißl, kriagst scho, kriagst scho, wart no a bißl, wart no a bißl, kriagst scho oan…”
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