CD „Knüppel aus dem Sack“ (Fallersleben)

Das 2. Album der Grenzgänger: Eine grandiose und unterhaltsame Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte – der „Soundtrack“ zur Deutschen Wiedervereinigung! Abgerundet werden die Lieder mit kurzen Einspielungen wichtiger Momente deutscher Geschichte: von Goebbels über Walter Ulbricht bis Helmut Kohl.

Die Grenzgänger waren mit diesem Programm vielfach für die Bundeszentrale für Politische Bildung und für das Goethe-Institut unterwegs. Mit vielen Gastmusikern.

Preis der deutschen Schallplattenkritik! CD des Monats Liederbestenliste.

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Ein neues Lied aus meiner Zeit

Ein politisch Lied, ein garstig Lied, so dachten die Dichter mit Goethen und glaubten, sie hätten genug getan, könnten sie girren und flöten ! Von Nachtigallen, von Lieb und Wein, von blauen Bergesfernen von Rosenduft und Lilienschein, von Sonne, Mond und Sternen doch anders dachte das Vaterland, das will von der Dichterinnung keinen verbrauchten Leiertand, und keine biedere Gesinnung Ein politisch Lied, ein garstig Lied, so dachten die Dichter mit Goethen und glaubten, sie hätten genug getan, könnten sie girren und flöten ! Ich sang nach alter Sitt und Brauch von Mond und Sterne und Sonne von Wein und Nachtigallen mehr ...

Lied vom Schweren Anfang

Frag nicht, was fängt man heute an wir sind in großer Not ach, daß man nichts mehr schreiben kann das freie Wort ist tot! Frag nicht, was fängt man heute an wir sind verzweiflungsvoll ach, daß man nichts mehr lesen kann das ist doch arg und toll! Frag nicht, was fängt man heute an, das ist nun mal der lauf, in Deutschland fängt man niemals an in Deutschland hört man auf! Text Hoffmann von Fallersleben, 1843 – nach der Melodie: Üb immer Treu und Redlichkeit (Mozart)

Michels Abendlied

Ich bin ein freier Mann, nie ficht die Furcht mich an. Für Fortschritt nehm‘ ich stets Partei, ich denke, red´ und handle frei – Chor (ganz leise): Mit Polizeierlaubnis, Erlaubnis. Ich habe Kraft und Mut, zu opfern Gut und Blut: Ich gebe Geld, ich sammle Geld für die Verfolgten aller Welt – Chor: Wenn’s nur nicht ist verboten, verboten Ich bin beseelt zumal für das was liberal. Zu Dankadressen nah und fern geb’ ich auch meinen Namen gern – Chor: wenn’s nur nicht ist gefährlich, gefährlich. Ich bin ganz rücksichtslos, ich werde furios, ich schimpf‘ und fluch‘ auf Tyrannei, Zensur, mehr ...

Notabene

Ihr könnt die Welt nicht retten mit Hals- und Hochgericht mit des Gefangenen Ketten hemmt Ihr sein Laster nicht Im Arbeitshaus erwachet nicht Fleiß und Arbeitstrieb Das Zwang- und Zuchthaus machet nicht tugendhaft den Dieb Bei Brot und Wasser eilet nicht weg die Sündenlust und keine Bibel heilet die frevelvolle Brust Wollt Ihr Genesung bringen der armen, kranken Zeit Lernst selbst vor allen Dingen Recht und Gerechtigkeit Text: Hoffmann von Fallersleben (Unpolitische Lieder, 1840) – Musik: Michael Zachcial

Landsknechtlied

Hirsch und Hasen will ich jagen, niemand soll mein Feind sonst sein. Meine Beut ein Erntewagen ! Und den zwing ich schon allein. Nur Geduld ! bald ist es besser. Nehm ich in die Hand den Pflug, wird mein Schwert ein Weidemesser, meine Pickelhaub ein Krug. Süßer schmeckt am eigenen Tisch mir mein Brot und kühles Bier als Limonen, Wein und Fisch indes reichen Manns Quartier. Gott, du kennst das Gut‘ und Rechte mein Begehr und mein Beschwer Gott, verleih dem armen Knechte eine gute Wiederkehr ! Wo die Amsel singt im Flieder, wo der bunte Häher schreit, dahin, bring mehr ...

Sum ergo Cogito

Laßt uns unseren Geist versenken in des Wissens tiefes Meer! Laßt uns denken, immer denken ! Ei, das ziert den Deutschen sehr. Und wenn man uns fragt: Wie geht´s sagen wir: Wir denken stets. Alles denkt bei uns zu Lande das ist deutsche Sitt´ und Brauch; Ja, man denkt in jedem Stande, Schuster, Schneider, denken auch. und wenn sie auch nichts gemacht, sagen sie: Wir ha‘ n gedacht. Denken muß der Deutsche immer, wo er sitzt und geht und steht, und er läßt das Denken nimmer, wenn‘ s auch noch so schlecht ihm geht; Und sein Trost, sein Glück und mehr ...

Vetter Michels Vaterland

Sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland Wo Belagerungszustand ein Recht ist und das Volk ein gehorsamer Knecht ist wo die Volksvertreter Philister sind und die ärgsten Heuler die Minister sind Da ist Vetter Michels Vaterland da ist Vetter Michels Vaterland Sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland sag wo ist, sag wo ist Vetter Michels Vaterland Wo der Allerhöchste nicht Gott ist und wo Mut und Gesinnung Bankrott ist wo der Teufel mit Fürsten im Bunde steht und Einheit und Freiheit zugrunde geht Da ist Vetter mehr ...

Vom Schlaraffenland

Kommt, wir wollen uns begeben jetzo ins Schlaraffenland seht da ist ein lustig Leben und das Trauern unbekannt seht da läßt sich billig zechen und umsonst recht lustig sein Milch und Honig fließt in Bächen, aus den Felsen quillt der Wein Alle Speisen gut geraten, und das Finden fällt nicht schwer Gäns und Enten gehen gebraten überall im Land umher Mit dem Messer auf dem Rücken läuft gebraten jedes Schwein Oh wie ist es zum entzücken, Ei, wer möchte dort nicht sein. Und von Kuchen, Butterwecken, sind die Zweige voll und schwer Feigen wachsen in den Hecken, Ananas im Busch mehr ...

Bei einer Pfeif Tabak

Bei einer Pfeif Tabak, bei einer Pfeif Tabak bei einer guten Pfeif Tabak, und einer Flasche Bier politisieren wir Juja ! Juja ! Wie glücklich ist fürwahr der Staat der solche Bürger hat, der solche Bürger hat. Da wird dann viel erzählt, ganz viel wird da erzählt gar viel und mancherlei erzählt gestritten und gelacht, und manch ein Witz gemacht Haha ! Haha ! Wie glücklich ist fürwahr der Staat der solche Bürger hat, der solche Bürger hat. Dann stoßen wir auch an, wir stoßen auch mal an auch auf die Deutsche Freiheit an, und unsere Polizei sitzt fröhlich mit mehr ...

Der deutsche Philister

Der deutsche Philister, das bleibet der Mann auf den die Regierung vertrauen noch kann der passet zu ihren Beglückungsideen der läßt mit sich alles gutwillig geschehn Befohlenermaßen ist er stets bereit zu stören, zu hemmen den Fortschritt der Zeit zu hassen ein jegliches freies Gemüt und alles, was lebet, was grünet und blüht Sprich, deutsche Geschichte, bericht es der Welt wer war doch dein größter berühmtester Held Der Deutsche Philister, der Deutscheste Mann der alles verdirbt was man Gutes begann Was schön und erhaben, was wahr ist und recht das kann er nicht leiden, das findet er schlecht so ganz, mehr ...

Der ewige Demagog

Schleppt den Frühling in den Kerker denn er ist ein Demagog weil er der gewohnten Herrschaft seines Vaters entzog Uns um unsere langen Nächte und den schönen Schlaf betrog Schleppt den Frühling in den Kerker denn er ist ein Demagog   Schleppt den Frühling in den Kerker der die Welt in Aufruhr bringt Bäche rauschen, Bäume flüstern jeder Vogel zirpt und singt und auch in die Menschenherzen wunderbare Regung dringt Schleppt den Frühling in den Kerker der die Welt in Aufruhr bringt Schleppt den Frühling in den Kerker setzt den Winter auf den Thron Legitim ist nur der Winter und mehr ...

Der Regierungsrat

Der Morgen graut, der Regierungsrat sitzt schon bei seinen Geschäften ist ausgerüstet für Kirch und Staat mit frisch erneuerten Kräften er denkt mit Freuden an seine Pflicht und schreibet einen neuen Bericht Er sitzt und sitzt in den Akten tief hat Weib und Kind vergessen und hätte, wenn ihn die Frau nicht rief sogar die Mahlzeit vergessen Er setzt sich zur Familie und spricht von nichts als von seinem neusten Bericht Der Regierungsrat nimmt sich kaum Zeit mit Ruhe das Mahl zu verzehren da sieht man ihn schon mit Geschäftigkeit zurück an die Arbeit kehren zwar hat er gegessen, doch mehr ...

Deutschland, Deutschland über alles

Deutschland, Deutschland über alles Deutscher Wein und deutscher Sang Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand Von der Maas bis an die Memel unser ganzes Leben lang! Deutsche Frauen, deutsche Treue blühe deutsches Vaterland Blüh im Glanze dieses Glückes blühe deutsches Vaterland Eine Collage aus allen drei Strophen – neu zusammengesetzt von Michael Zachcial

Hier am Mississippi

Brüder, lasst uns froh jetzt das Glas erheben denn wir können frei ja nur im Ausland leben. Können ohne Pass überall spazieren ohne Polizei täglich kommersieren. Hier am Mississippi! Freies Denken gilt so wie freies Sprechen Nirgends hier für ein Staatsverbrechen hier amcht kein Gendarm jemals uns Bedrängnis und kein Bettelvogt führt uns ins Gefängnis. Hier am Mississippi! Michel baue nicht ferner deine Saaten fürs Beamtenheer und die Herren Soldaten Michel, faß ein Herz, endlich auszuwandern Hier gehörst du dir, da nur stets den andern. Adel, Ordenskram, Titel, Rang und Stände und so dummes Zeug hat allhier ein Ende Hier mehr ...

Schön Ännchen

Es webte schön Ännchen ohn Unterlaß als dächte sie weder an dies noch an das ließ hurtig das Schiffchen wandern von einer Seite zur andern Herüber, hinüber, herüber, hinüber Doch schneller als das Schiffchen flog ihr Herz zum fernen Geliebten zog Ach, könnt er bei mir doch weilen ach, könnt ich zu ihm doch eilen Herüber, hinüber, herüber, hinüber Da pochte schneller und lauter das Herz und größer wurde der Sehnsucht Schmerz das arme liebe Mädchen es netzte mit Tränen die Fädchen Herüber, hinüber, herüber, hinüber Und ehe der Einschlag zu Ende gebracht der Liebste plötzlich die Türe aufmacht da mehr ...

Anmut sparet nicht noch Mühe

Anmut sparet nicht noch Mühe Leidenschaft nicht noch Verstand Daß ein gutes Deutschland blühe Wie ein andres gutes Land Daß die Völker nicht erbleichen Wie vor einer Räuberin Sondern ihre Hände reichen Uns wie andern Völkern hin. Und nicht über und nicht unter Andern Völkern wolln wir sein Von der See bis zu den Alpen Von der Oder bis zum Rhein. Und weil wir dies Land verbessern Lieben und beschirmen wir’s Und das liebste mag’s uns scheinen So wie andern Völkern ihrs. Text: Bertolt Brecht, 1949 – Musik: Hanns Eisler

Knüppel aus dem Sack

Von all den Wüschen auf der Welt nur einer mir anjetzt gefällt KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Und gäbe Gott mir Wunschesmacht, ich dächte nur bei Tag und Nacht KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Dann braucht ich weder Gut noch Gold, ich machte mir die Welt schon hold mit: KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Ich wär ein Sieger, wär ein Held, der erst´ und beste Mann der Welt mit: KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Ich schaffte Freiheit, Recht und Ruh, und frohes Leben noch dazu beim: KNÜPPEL AUS DEM SACK ! Und wollt ich selbst recht lustig sein, so ließ mehr ...