Es zog ein Rotgardist hinaus

Es zog ein Rotgardist hinaus
für Freiheit und für Recht.
Er ließ sein Mütterlein zuhaus
zog mutig ins Gefecht.
Und als die Stund der Trennung kam
er traurig von ihr Abschied nahm
sie aber leise zu ihm spricht
„Spartakusmann, tu deine Pflicht.“

Das Volk stand auf, die Schlacht begann
die rote Garde wacht!
Die rote Fahne stolz voran
so ziehn sie in die Schlacht.
Davon erzählt kein dickes Buch
was sich am Lippeschloß zutrug,
wo eine kleine tapfre Schar
für Freiheit und Recht gefallen war.

Granaten heulen wild im Chor – das rote Banner weht.
Geht auch der Feind im Sturme vor – die rote Garde steht.
Sie wanket und sie weichet nicht – tut bis zum Tode ihre Pflicht.
Für ihre Fahne, so blutig rot – gehn sie mit Freuden in den Tod.

Nun greift die rote Garde an – mit jedem Widerstand.
Der Fahnenträger stürmt voran – die Fahne in der Hand.
Im Schlachtgeschrei, im Pulverdampf – führt er die Garde in den Kampf.
Bis ohne einen Laut er klagt – er mit der Fahn` zusammenbrach.

Gleich neben ihm ein Kam’rad ruht – er reicht ihm stumm die Händ’:
„Kamerad, die Kugel traf mich gut – es geht mit mir zuend!
Grüß mir mein teures Mütterlein – sag ihm es soll nicht traurig sein.
Und sage ihm“, sein Auge bricht – „Spartakusmann tat seine Plicht!“

Und als die Schlacht zu Ende war – da trat die Garde an.
Und traurig schaut die kleine Schar – auf ihren besten Mann.
Mit seiner Fahne blutig rot – starb er den schönsten Heldentod.
Und als man ihn zu Grabe trug – gab man ihm mit das Fahnentuch.

Text: Johannes Leschinsky , Oberhausen
Musik: Trad., Melodie nach “Zwei Freunde reichen sich die Hand.”
So gesungen von J. Leschinsky am 8. März 1980 im Ratskeller Hamborn.