Jörg Fröse

Jörg FröseStieg im November 1991 bei den Grenzgängern ein und Ende 2013 aus, bis dahin war er mit seinem variantenreichen Instrumentalspiel und auch sonst nicht wegzudenken. In bewundernswerter Leichtigkeit zupft und streicht er seine Instrumente:

Geboren 1959 in Bremervörde und aufgewachsen in einer Familie, in der jeder (mindestens) ein Instrument spielen und singen konnte. Das erste Instrument (Mundharmonika) im Alter von zehn Jahren bekommen und von da an sporadische „Gehversuche“ auf diesem Gebiet. Ohne formellen Unterricht übrigens, alles nach Ohr wie in der Familie Fröse üblich (und mütterlicherseits – bei den Bastians – noch üblicher…..).

Die erste Gitarre zu Weihnachten 1977 und die Entdeckung der internationalen Liedermacherszene sowie den nordamerikanischen Spieltechniken auf der Stahlsaiten-Gitarre, mit dem Flat Pick ebenso wie Finger Style, Blues und Ragtime vor allem.

Ab 1978 in verschiedenen Bands tätig – von plattdeutschen Liedern über Irish Folk, „internationalen“ Volkstänzen, Bluegrass bis hin zum Country Rock. Weitere Instrumente werden dem Arsenal im Laufe der folgenden Jahre hinzugefügt. Als da wären: 5-String Banjo, Fiddle, Mandoline, Tin Whistle, Ziehharmonika, Englische Concertina, Cittern. Damit verbunden auch die intensive Beschäftigung mit den musikalischen Traditionen der Herkunftsländer und entsprechenden „Forschungsreisen“ und „Studienaufenthalten“, beispielsweise in Irland, Schottland und England, Schweden, Ungarn und Katalonien. (Insbesondere die Irland-Aufenthalte könnte man durchaus auch als „Wirtschaftsstudium“ durchgehen lassen…..)

Die Musik bleibt lange Freizeitbeschäftigung – allerdings eine zeitintensive. Das ändert sich 1986 ein wenig mit dem Antritt des Lehramtsstudiums (1. Fach Musik) in Lüneburg – und radikal dann im Jahre 1991 mit dem Angebot des Hamburger Schauspielhauses, im Stück „Ginger Man“ einen „irischen Fiddler“ zu spielen, das Jörg annimmt. Zeitgleich findet er Anschluß an die Bremer Folk-Szene, was u. a. schließlich auch zur Mitgliedschaft bei „Grenzgänger“ führt. Seit dieser Zeit ist er „professioneller Musiker“ – was nichts weiter heißt, als daß er seinen Lebensunterhalt größtenteils mit Musizieren vor zahlendem Publikum bestreitet…..

Seit Ende 1995 wohn- und lebhaft in Ostfriesland, und seit Sommer 1996 auch Mitglied bei der ostfriesischen Folkgruppe „Laway“, mit denen er bis heute zehn CDs aufgenommen hat. Als Gast- und Studiomusiker ist er natürlich auch auf vielen weiteren Veröffentlichungen aus dem Hause ARTyCHOKE zu hören, so z. B. einigen CDs des niederrheinischen Volkssängers und Liedermachers Günter Gall. (Und wenn wir jetzt auch noch die Sampler alle gelten lassen, kommen bis dato vierundvierzig Tonträger zusammen, auf denen er in irgendeiner Form und Zusammensetzung zu hören ist!)

Als „Hobby-Musikwissenschafter“ hat er sich in den letzten fünfzehn Jahren intensiv mit der traditionellen Volkstanzmusik des niederdeutschen und friesischen Sprachraums auseinandergesetzt – und nebenbei ein paar Hundert Melodien zusammengetragen! Momentan gilt sein Augenmerk der Erforschung historischer Spielstile und Musizierweisen, in der Hoffnung Hinweise darauf zu finden, wie denn Volksmusik aus deutschen Gefilden geklungen haben mag, als Musiker hierzulande noch nicht ausschließlich „vom Blatt“ spielten. Aus diesem Grunde auch seine Beschäftigung mit der friesischen Hummel, einem Instrument, das dem Rest von Europa eher als Scheitholz, Dulcimer oder Epinette bekannt sein dürfte. Und selbst das „klassische“ Ukulelen-Repertoire aus der Zeit „vor Elvis“ ist ihm nicht völlig fremd – manches davon kann er auf der Ukulele sogar spielen…..