CD „Maikäfer Flieg“ 1914-1918

Das 5. Album der Grenzgänger: Erschienen 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs mit Liedern aus der Weltkriegssammlung des Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg: Fast 3000 Lieder wurden zusammen mit mehr als 50 Freiwilligen Helfern ausgewertet und die wichtigsten davon mit allen musikalischen Wassern der letzten hundert Jahre gewaschen und sorgfältig entstaubt.

Preis der deutschen Schallplattenkritik – CD des Monats und Platz 1 in der Liederbestenliste für „Aspirin (Wenn der Tod tanzt)“ – Mehrere Live-Mitschnitte für den WDR, Bayrischer Rundfunk, MDR und Deutschlandfunk

„….eine bewegende Liedersammlung aus den Jahren des 1. Weltkriegs, musikalische Echos einer ambivalenten Stimmungslage zwischen Begeisterung, Trauma und Tragödie. “ (Wolfgang Rumpf, Nordwestradio)

Mit 40-seitigem, extragrossen Booklet im schönen Pappschuber!

Soldatenabschied

Laß mich gehn Mutter laß mich gehn all das Weinen kann uns nichts mehr nützen denn wir gehn, das Vaterland zu schützen Laß mich gehn Mutter laß mich gehn deinen letzten Gruß will ich vom Mund dir küssen Deutschland soll leben und wenn wir sterben müssen Wir sind frei, Vater, wir sind frei tief im Herzen brennt das heiße Leben frei wär´n wir nicht, könnten wir´s nicht geben wir sind frei, Vater, wir sind frei Selber riefst du einst in Kugelgüssen Deutschland soll leben und wenn wir sterben müssen Nun lebt wohl, ihr Menschen, nun lebt wohl und wenn wir mehr ...

Brot und Frieden hätt ich gern

Brot und Frieden hätt`ich gern, tät es nicht vergessen. Wollt`ich hätte zehn Pfund Brot, mich mal satt zu essen! s´braucht ja nicht geschmiert zu sein, Zukost ist noch ferne; bei des Krieges Schinderei`n hungert man nicht gerne. Noch viel schöner wären zwei Liter Mittagessen, darum füllt vom dicken Brei Sätzchen unbemessen. Daß die Zeit einst üppig war, läßt sich nicht bestreiten. Jeder, selbst der Bettler gar, denkt an Friedenszeiten. Noch viel schöner war die Post täglicher Pakete, aber diesen letzten Trost sperrt und stiehlt man stete. Drum Kam´rade, komm geschwind, laß den Krieg den andern, laß, eh wir verhungert sind, mehr ...

Aspirin

Leidest du an Gliederzucken Musst du Blut und Galle spucken Der Dolktor kommt  mit strenger Mien´ Schon verschreibt dir Aspirin wenn der Tod tanzt… Sind die Füsse dir geschwollen Dass sie nicht mehr laufen wollen Kann man einzig nur dich retten Mit sechs Aspirintabletten Will dich Sehnsucht heimwärts ziehn, Gleich vertreibt sie Aspirin. das im Felde jeder kennt der zum Sanitäter rennt Fehlt des Leibes Offenheit Gleich ist Aspirin bereit Sieht man dich im Fieber glühn Drei mal täglich Aspirin. Hey Herr Doktor  lass dir sagen: Andres wünscht sich unser Magen. Gib uns Rum, wir nehmen ihn Lieber doch, als mehr ...

Lied vom täglichen Brot

Mama! Mama! Wir brauchen kein Fett! Mach dir keine Sorgen wir essen voll Dank unser Obstmusbrot heute und auch morgen Wir essen voll Dank wir essen voll Stolz wir sind noch jung doch aus echtem Holz vom rechtem Korn von rechtem Schrot Wir essen voll Dank unser Obstmusbrot und denken an alle da draussen und denken an alle da draussen Text: Margarete Henschke – Musik: Else Mathis – als Postkarte im Ersten Weltkrieg verbreitet , ca. 1916 ?

Wildgänse rauschen durch die Nacht

Wildgänse rauschen durch die Nacht mit schrillem Schrei nach Norden; Unstete Fahrt habt Acht, habt Acht, die Welt ist voller Morden. Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt, graureisige Geschwader! Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt, weit wallt und wogt der Hader. Rausch zu, fahr zu, du graues Heer! Rauscht zu, fahrt zu nach Norden! Fahrt ihr nach Süden übers Meer, was ist aus uns geworden? Wir sind wie ihr ein graues Heer und fahr’n in Kaisers Namen Und fahr’n wir ohne Wiederkehr, rauscht uns im Herbst ein Amen Text: Walter Flex – 1915 , im ersten Frühling des Ersten Weltkrieges, – Robert mehr ...

Hindenburg der Russenschreck

Hindenburg der Russenschreck soll im Kreise stehen und wir wollen uns um ihn wie die Sterne drehen Hindenburg , Russenschreck Vorne durch, hinten weg Du umringst, du bezwingst ´s ganze Russenpack Hindenburg der Russenschreck hat gar feine Ohren kommt der Russenbär ins Land ist er gleich verloren Hindenburg , Russenschreck…. Hindenburg, der Russenschreck ließ den Bären kommen hat ihn drauf mit derber Faust bei dem Schopf genommen Hindenburg , Russenschreck…. Hindenburg, der Russenschreck ließ den Bären schnaufen bis er in Masurien elend mußt verlaufen (oder versaufen?) Hindenburg , Russenschreck…. Text und Musik: E. H. Bethge (1914) in: Jeder Schuß ein mehr ...

Köln am Rhein du schönes Städtchen

Köln am Rhein, du schönes Städtchen Köln am Rhein, du schöne Stadt Und darinnen liegt ne Festung Die so hohe Mauern hat Oftmals fremde Leute fragen: Was mag das für’n Festung sein? Und die Antwort darauf lautet: Hier sperrt man Mariner ein Lieber Vogel, komm, o komm doch Komm, o komm doch her zu mir Setz dich nieder auf mein Fenster Singe mir ein Freiheitslied Warum willst nicht bei mir weilen? In die Ferne willst du ziehn Willst nicht länger bei mir bleiben Weil ich ein Gefangner bin Lieber Vogel, fliege weiter Flieg vor meiner Liebsten Haus Setz dich nieder mehr ...

Mein Michel was willst du noch mehr

Du hast Bataillone, Schwadronen, Batterien, Maschinengewehr, du hast auch die größten Kanonen. Mein Michel, was willst du noch mehr? Du hast die beträchtlichsten Steuern, deine Junker, die plagen sich sehr, um dir das Brot zu verteuern. Mein Michel, was willst du noch mehr? Du hast zwei Dutzend Monarchen, Lakaien und Pfaffen ein Heer, beseeligt kannst du da schnarchen. Mein Michel, was willst du noch mehr? Du hast ungezählte Paragraphen, die Gefängnisse werden nicht leer, du kannst auch in Schutzhaft drin schlafen. Mein Michel, was willst du noch mehr? Du hast Kohlrüben und Eicheln, und frägst du nach and’rem Begehr, so mehr ...

Lilli Marleen (April 1915)

Vor der Kaserne bei dem großen Tor Stand eine Laterne und steht sie noch davor So wollen wir uns da wieder seh´n Bei der Laterne wollen wir steh´n Wie einst, Lili Marleen. Wie einst, Lili Marleen. Unsere beiden Schatten sah’n wie einer aus Daß wir so lieb uns hatten, daß sah man gleich daraus Und alle Leute soll’n es seh’n Wenn wir bei der Laterne steh’n Wie einst, Lili Marleen. Wie einst, Lili Marleen. Schon rief der Posten, sie blasen Zapfenstreich Es kann drei Tage kosten, Kamerad, ich komm ja gleich Da sagten wir auf Wiedersehen Wie gerne wollt ich mehr ...

Nach dem Krieg

Nach dem Krieg, nach dem Krieg Wenn erst unser der Sieg Und wir sind wieder glücklich zu Haus Wenn der Hauswirt dann glaubt Mit der Miete er schraubt Er uns Ärgern könnt ziehn wir aus, Sag dann schlau zu der Frau, Komm husch husch in den Busch In dem wald ist gesünder die Luft, Steigre zu Hauswirt du und lass uns jetzt in Ruh. Lass ihn stehn, komm wir gehn In den Wald wo das Echo erschallt Nach dem Krieg wenn erst unser der Sieg Und der Wirt mit der Miete uns steig, Dann baun wir in den Wald‘ nen mehr ...

Mein Regiment mein Heimatland (Annemarie)

Mein Regiment mein Heimatland meine Mutter hab ich nicht gekannt Mein Vater starb schon früh im Feld ich stehe allein auf dieser Welt Marie Marie das ist mein Nam´ den ich vom Regiment bekam mein ganzes Leben lasse ich für´s Regiment und es für mich Wenn´s Regiment früh ausmarschiert der Tambour seine Trommel rührt tausch´ ich mit keiner Fürstin nicht sie lebt nicht glücklicher als ich Marie Marie nimm dich in Acht dass man dich nicht zum Trommler macht und hängt dir eine Trommel an und du Marien kriegst keinen Mann Und wenn ich einst gestorben bin so schreibt auf mehr ...

Maschinengewehr Maschinengewehr

Maschinengewehr Maschinengewehr dich holten sie aus der Hölle her Spei´st Feuer und Blei, auf wen einerlei —hinein die Geschoß ´auf Reiter und Roß das stürzt und wären es ganze Reih´n wer kann in dem Krieg noch grausamer sein Maschinengewehr Maschinengewehr dich holten sie aus der Hölle her Maschinengewehr Maschinengewehr dich lassen wir nicht, wir sterben eh´r Du Freund in der Not, du kennst kein Gebot Was vor dir erstand, du warfst´s in den Sand Das stürzt und wären es ganze Reih´n was kann noch ein größeres Vergnügen sein Brüll weiter „tack tack“ im Maschinengewehr dem Feind in die Knochen, das mehr ...

Der Graben

Mutter, wozu hast du deinen aufgezogen? Hast dich zwanzig Jahr mit ihm gequält? Wozu ist er dir in deinen Arm geflogen, und du hast ihm leise was erzählt? Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Mutter, für den Graben. Junge, kannst du noch an Vater denken? Vater nahm dich oft auf seinen Arm. Und er wollt dir einen Groschen schenken, und er spielte mit dir Räuber und Gendarm. Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Junge, für den Graben. Drüben die französischen Genossen lagen dicht bei Englands Arbeitsmann. Alle haben sie ihr Blut vergossen, und zerschossen mehr ...

Legende vom Toten Soldaten

Und als der Krieg im vierten Lenz….. … Text und Musik: Bertolt Brecht, 1919 –

Zogen einst fünf wilde Schwäne

Zogen einst fünf wilde Schwäne, Schwäne leuchtend weiß und schön. „Sing, sing, was geschah?“ Keiner ward mehr gesehn. Wuchsen einst fünf junge Birken grün und frisch an Bachesrand „Sing, sing, was geschah!“ Keine in Blüten stand. Zogen einst fünf junge Burschen stolz und kühn zum Kampf hinaus. „Sing, sing, was geschah? “ Keiner kehrt nach Haus. Wuchsen einst fünf junge Mädchen schlank und schön am Memelstrand. „Sing, sing, was geschah?“ Keins den Brautkranz wand Text und Musik: kurz vor dem ersten Weltkrieg (1908) erstmals aufgezeichnet durch Johannes Patock – im Kreis Putzig, Westpreussen – dann von Karl Plenzat 1915 in mehr ...